STIPENDIATEN

Die Stiftung ist bestrebt durch die Vergabe von Dissertationsstipendien zusätzlich zu Ihrer operativen Tätigkeit ein möglichst breites Spektrum spezifischer politikwissenschaftlicher Fragestellungen abzudecken und junge Wissenschaftler zu fördern. Die Projekte der unterstützten Promovierenden wurden ausgewählt, weil sie sich in besonderem Maße auf reale Probleme der politischen Praxis beziehen.

Jeremy Stöhs

Europe’s Naval Forces since the End of the Cold War: Strategy, Technology, and Operations

Das Dissertationsprojekt befasst sich mit der Entwicklung der europäischen Seestreitkräfte seit Ende des Kalten Krieges. Dabei werden sowohl die verteidigungspolitischen und strategischen Rahmenbedingungen als auch die technischen und materiellen Aspekte der bedeutendsten europäischen Marinen untersucht. Zudem erlaubt die Analyse der unzähligen Einsätze zur See während der letzten fünfundzwanzig Jahre eine Einschätzung der Aufgabenbereiche und Fähigkeiten jeder einzelnen Marine. Da Seestreitkräfte ein weitgehend unterschätztes Werkzeug nationaler und internationaler Politik darstellen, werden abschließend auch Handlungsempfehlungen zu strategischen, operativen und strukturellen Konzepten verfasst.

Johannes Mohr

Die strategische Relevanz chinesischer Auslandsinvestitionen in Europa  

Welche Folgen hat es, wenn bestimmte europäische Unternehmen von staatlichen oder privaten Investoren aus China übernommen werden? Diese Frage rückt verstärkt in die öffentliche Diskussion. Gleichzeitig halten sich die wenigen wissenschaftlichen Studien, die bislang zu diesem Thema erschienen sind, mit klaren Antworten oft zurück. Die geplante Untersuchung möchte daher aufzeigen, wann bzw. unter welchen Voraussetzungen von einer strategischen Relevanz chinesischer Auslandsinvestitionen für die Mitgliedsstaaten der EU gesprochen werden kann. Insbesondere der Blick auf die innerchinesischen Strukturen und wirtschaftlichen sowie politischen Ziele Chinas sollen eine fundierte Aussage ermöglichen.

Curti Covi

Russia and Islam: Imperialism and Jihad

Diese Dissertation befasst sich mit dem Verhältnis zwischen dem russischen Staat in seinen verschiedenen Inkarnationen und dessen muslimischen Völkerschaften, vom 19. Jahrhundert bis heute. Dreh- und Angelpunkt der Arbeit sind hierbei die neueren Tschetschenienkriege sowie die Entstehung eines radikalislamistischen Untergrunds innerhalb der Russischen Föderation. Das Resultat wird dabei eine erstmals zusammenhängende Geschichte dieses Konfliktes, welcher aufs engste mit dem Emporkommen des neuen Russlands unter Vladimir Putin verwoben ist, sowie die Untersuchung der Frage inwiefern alter und neuer russischer Imperialismus für die Entstehung radikalislamistischer Bewegungen in Russland und außerhalb verantwortlich ist, liefern.

Peter Eitel

Umgang mit strategischen Überrraschungen

Das Vorhaben untersucht, ob die im Kontext des Kalten Krieges entstandenen theoretischen Erkenntnisse über das Phänomen der strategischen Überraschung auch nach dem Kalten Krieg ihre Erklärungskraft behalten, oder der Weiterentwicklung bedürfen. Dies wird an Hand des Beispiels der Krim-Annexion untersucht, wobei Russland als überraschender, und Deutschland als überraschter Staat analysiert wird. Ziel der Arbeit ist es neben der Prüfung des Erklärwertes der bestehenden theoretischen Ansätze, Fragestellungen und Methoden zu entwickeln, die den Umgang mit dem Phänomen der strategischen Überraschung verbessern könnten.