SIRIUS Band 9/Heft 3-4

SICHERHEIT OHNE USA? – Teil 2

SIRIUS Band 9/Heft 3-4

Auch das zweite Doppelheft von SIRIUS – Zeitschrift für Strategische Analysen für das Jahr 2025 befasst sich mit dem Schwerpunktthema „SICHERHEIT OHNE USA?“.

Im Mittelpunkt des zweiten Doppelhefts 2025 steht die maritime Dimension der europäischen Abhängigkeit von den Vereinten Staaten; zugleich wird die Perspektive auf den Indo-Pazifik erweitert. Auch in diesem Heft bleiben nukleare Fragen präsent, insbesondere im Hinblick auf die Konsequenzen einer möglichen Strategieänderung der USA in der Region und deren Auswirkungen für Europa. Hintergrund vieler Beiträge ist Chinas Bestreben, bestehende US-Allianzen zu schwächen und sich als regionale Hegemonialmacht zu etablieren. Dieses Streben wird durch ein rasant wachsendes konventionelles und nukleares Arsenal gestützt:

  • Sebastian Bruns und Christian Jentzsch zeigen in ihrem Aufsatz „Die Seemacht NATO und die USA“, dass derzeit kein Militärbündnis so stark maritim geprägt ist wie die NATO. Anhand der historischen Entwicklung der kollektiven Seemacht NATO zeichnen sie nach, wie sich die maritime Dimension der Allianz auf strategischer Ebene gewandelt hat und welche Rolle die USA dabei einnahmen. Heute, so ihr Befund, rücken Abschreckung gegenüber der Atommacht Russland und die kollektive Verteidigung erneut ins Zentrum der Aufgaben.
  • Sarah Kirchberger analysiert in ihrem Aufsatz „Die Indo-Pazifik-Einsätze europäischer Marinen im Jahr 2024: Rückblick und Bewertung“ die seit 2024 deutlich gestiegene Aktivität europäischer Seestreitkräfte im Indo-Pazifik. Sie beschreibt die Ziele der Einsätze und ihr gemeinsames Potenzial zur Wahrung der „regelbasierten internationalen Ordnung“.
  • In „Chinas Staatskunst: Kooperation und Zwang – Chinas Strategie zur Spaltung der US-Allianzen in Asien-Pazifik und Europa“ analysiert Maximilian Ernst Chinas Staatskunst im indo-pazifischen Raum, die auf einer Mischung aus Kooperation und Zwang basiert. Angesichts der zunehmenden Verflechtung mit dem euro-atlantischen Raum geraten auch europäische Staaten zunehmend in den Wirkungsbereich dieser sogenannten „Keil-Strategien“.
  • Wolfgang Rudischhauser beleuchtet in seinem Aufsatz „Zwischen Erstschlagsverzicht und einem rapiden Ausbau des Nukleararsenals: Chinas Aufrüstung und wie der Westen darauf reagieren sollte“ Chinas rapide nukleare Aufrüstung und hinterfragt, ob diese Entwicklung mit der vom Land proklamierten Politik des Erstschlagsverzichts vereinbar ist. Er zeigt, welche Risiken von China als drittgrößter Atommacht für die regionale und strategische Stabilität ausgehen, und warnt davor, dass ein neues Wettrüsten vor allem durch Fehlwahrnehmungen und Überreaktionen begünstigt werden könnte.
  • In seinem Artikel „Südkoreas Abschreckungsstrategie“ argumentiert Eric J. Ballbach, dass eine konventionelle Abschreckungsstrategie für Südkorea angesichts der wachsenden nuklearen Bedrohung durch Nordkorea und der unsicheren US- Sicherheitsgarantien von zentraler Bedeutung ist.
  • Mansoor Ahmed argumentiert in seinem Artikel ”Emerging Force Balances and Postures in South Asia: Trends and Trajectories”, dass Indiens langjährige konventionelle Überlegenheit gegenüber Pakistan seit der Ladakh-Krise 2020 erheblich geschwächt wurde. Eine verstärkte konventionelle Abschreckung seitens Pakistans dürfte Indiens „Zwei-Fronten-Dilemma“ weiter verschärfen.

Ergänzend enthält die Ausgabe eine Kurzanalyse zur Abhängigkeit Japans von den Vereinigten Staaten von Michito Tsuruoka, einen Kommentar von Beatrice Heuser zur Sicherheit Europas ohne die USA, einen Bericht von Joshua Lehmann, der kritisch auf die „Land Warfare Conference 2025“ zurückblickt sowie zwei Buchbesprechungen.

Wie gewohnt, steht die gesamte aktuelle Ausgabe online durch die Open Access-Lizenz über den De Gruyter Brill Verlag HIER frei zur Verfügung.

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