SIRIUS Band 10/Heft 1-2

KRIEG UND WISSENSCHAFT

SIRIUS Band 10/Heft 1-2

Das erste Doppelheft von SIRIUS – Zeitschrift für Strategische Analysen für das Jahr 2025 ist zum Schwerpunktthema „KRIEG UND WISSENSCHAFT“ erschienen.

Im Fokus des aktuellen Doppelhefts 2026 steht das Verhältnis von Krieg und Wissenschaft. Vor dem Hintergrund der veränderten geopolitischen Lage widmet sich das Heft der Frage, welchen Beitrag wissenschaftliche Expertise zur Analyse von Krieg, Strategie und Sicherheitspolitik leisten kann. Im Mittelpunkt stehen dabei die Entwicklung strategischen Denkens in Deutschland, die institutionellen Voraussetzungen sicherheitspolitischer Forschung sowie das Verhältnis von Wissenschaft, Politik und militärischer Praxis.

  • Gerlinde Groitl untersucht die jüngeren Entwicklungen der Internationalen Beziehungen und diagnostiziert insbesondere in Deutschland Defizite beim strategischen Denken über Krieg, Macht und Abschreckung. Sie plädiert für eine Stärkung realistischer Sicherheits- und Strategiestudien.
  • Ulrich Schlie zeichnet die Entwicklung der strategischen Kultur Deutschlands nach und untersucht den Beitrag der Geistes- und Sozialwissenschaften zum Denken über Krieg und Frieden. Dabei nimmt er auch die Rolle der Politikwissenschaft für die sicherheits- und verteidigungspolitische Praxis in den Blick.
  • Christoph Meyer untersucht Defizite beim institutionellen Lernen und in der Fehlerkultur der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik und entwickelt im Vergleich mit Großbritannien und den Niederlanden Empfehlungen für bessere Lernstrukturen.
  • Stefan Messingschlager analysiert die öffentliche Rolle prominenter Sicherheitsexpert*innen seit der Zeitenwende und untersucht die Bedingungen ihrer gestiegenen Sichtbarkeit in der sicherheitspolitischen Debatte.
  • Craig Stockings zeichnet die Entwicklung der amtlichen Militärgeschichtsschreibung in Australien nach und zeigt ihre Bedeutung an der Schnittstellte von staatlicher Autorität, wissenschaftlicher Unabhängigkeit und demokratischer Rechenschaft.
  • Garth Pratten untersucht die Bedeutung der Dokumentation militärischer Operationen für die institutionelle Wissensbildung und historische Aufarbeitung. Grundlage sind seine Erfahrungen als Operational Record Keeper in Afghanistan.
  • Sigbjørn Halsne und Paal Sigurd Hilde untersuchen anhand der norwegischen Afghanistan-Kommissionen, wie Staaten die Erfahrungen aus Auslanfseinsätzen auswerten und in institutionelles Lernen überführen.
  • Michael Rühle widmet sich den Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Politikberatung in der Sicherheitspolitik und fragt nach der Rolle externer Expertise für politische Entscheidungen.
  • Liana Fix untersucht die Rolle wissenschaftlicher Expertise in Zeiten geopolitischer Umbrüche und plädiert für die Arbeit mit Szenarien statt vermeintlich sicheren Einzelprognosen. Ihr Beitrag entwirft sechs mögliche Zukunftsszenarien für ein wiederbewaffnetes Deutschland.

Ergänzend enthält die Ausgabe zwei Interviews zum Verhältnis von Wissenschaft und politischer Praxis: Robin Allers und Christoph Meyer sprechen mit Jasper Wieck, Politischem Direktor im Bundesministerium der Verteidigung, über die sich wandelnde Wissenschaftslandschaft und ihre Bedeutung für die sicherheits- und verteidigungspolitische Praxis. Sönke Neitzel interviewt Carlo Masala über den Zustand der Strategischen Studien an deutschen Hochschulen, das Verhältnis von Wissenschaft und Politik sowie die Grenzen akademischen Wissens.

Die weiteren Beiträge greifen aktuelle Fragestellungen der deutschen und internationalen Sicherheitspolitik auf. Torsten Konopka untersucht die Auflösung des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Michael Rühle setzt sich mit dem sogenannten „nuklearen Priestertum“ auseinander. Maximilian Terhalle bespricht zwei Werke zum Thema „Grand Strategy“, während Sebastian Bruns zwei Studien zu den Seestreitkräften Europas vorstellt.

Abgerundet wird die Ausgabe durch zwei Buchbesprechungen von Johann Schmid und Philipp Jenzen zu Werken über die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Krieg beziehungsweise den Einsatz ökonomischen Zwangs in geopolitischen Konflikten.

Wie gewohnt, steht die gesamte aktuelle Ausgabe online durch die Open Access-Lizenz über den Verlag De Gruyter Brill HIER frei zu Verfügung.

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